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Wie sehen Menschen oder reglose Gegenstände in dem Auge eines Fotografen aus?
Wie wird eine Alltagssituation zu einem Kunstwerk?
Kann man schon vorher ahnen wo das nächste Bild entstehen wird?
Ist Fotografie eine ungeplante Ordnung oder eine geplante Unordnung?

Für unsere Fotos verlassen wir uns auf zwei erfahrene und sensible Augen. Die Augen von Alexander Steffens.
Sensibel und aufnahmefähig für die Atmosphäre und die Menschlichkeit der Gesichter auf der anderen Seite des Objektivs.
Sie schauen direkt durch die Objekte durch, ziehen sie aus und machen sichtbar was für die Wahrnehmung der meisten unsichtbar ist: die Ordnung der Gegenstände, die Ähnlichkeiten und Gegensätze, das Sein der Dinge.

Alle Fotos haben einen roten Faden, erzählen eine Geschichte, finden Gemeinsamkeiten und ziehen den Blick des Betrachters an länger als eine Sekunde zu verweilen.

Extrovertiert und Introvertiert gleichzeitig, ein Mann der Gegensätze, mit einer äußerst liebevollen und eleganten Art.
Jedes Shooting verbringt man zwischen Lachen und Nachsinnen und was man erwartet hatte, kommt ganz anders.
Am Besten Freiheit lassen und Raum geben. Man wird nicht enttäuscht.

Ein gutes Foto ist ein Foto, auf das man länger als eine Sekunde schaut.

– Henri Cartier-Bresson –

Jetzt soll Alex zu Wort kommen. Am Besten beschreibt der Künstler seine Kunst selbst. Ich verabschiede mich an dieser Stelle.
Vorhang auf.

“Ein paar Gedanken zu meiner Fotografie.

Das Medium Fotografie bewegt sich auf einer ganz eigenen Achse. Auch wenn der Augenblick visualisiert wurde , eine Fotografie ist nie eingefroren oder still. Sie befindet sich im Fluss der Zeit. Als Objekt ist sie jedoch herausnehmbar.
Für meine Fotografie möchte ich gerne, dass sie der fließende Übergang zwischen Tagtraum und Aktion ist. Bunter Stoff im Wind, Wolken auf Reisen, Moos auf dem man barfuß spazieren geht und Sinne sich zu erkennen geben.
Ich bin ein Dichter MIT dem Licht. Nicht DES Lichtes.
Ich sehe das eher als Partnerschaft. Dieser Aspekt ist wichtig. Er verweist darauf, dass dieser Trick des Lichtes gewiss eine Sonate an die Schönheit des Alltags ist.
Ein poetischer Raum, obwohl technisch gesehen zweidimensional. In diesem Sinne suche ich nach einem Ausdruck , der über sich selbst hinausweist.
So erschaffen wir die fehlende Dimension, um gedanklich mehr als nur linear reisen zu können. Thematisch bin ich nicht gebunden. Alles kann Eingang oder Ausgang zum Abenteuer sein.


Manchmal schränke ich mich konzeptuell ein, wie bei der Serie “Flags of Berlin” die auf dem Teufelsberg in Berlin auf wenigen Quadratmetern entstanden ist. Ich hatte mich mit der unendlichen Falte beschäftigt – frei nach Leibnitz und seiner Theorie zum Barock. Das Ergebnis in der Serie bricht jede vorgenommene Einschränkung auf und verwebt sie mit reinem Sonnenlicht.
Die Serie ist dokumentarisch (sie ist analog fotografiert) und dennoch hat sie einen stark abstrakten Charakter.
Oft gehe ich jedoch erst einmal sehr frei und offen an eine Sache heran. Während der Arbeit konkretisiert sich das Thema. Durch die meditative Arbeit im Labor oder während der digitalen Bearbeitung verdichtet sich das Konzept im Nachhinein.”


http://www.alexandersteffens.de/

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